Frankreich – Zu stark zum Scheitern?

Frankreichs Fans – https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/ Foto: Hendrik Halkow

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Der Countdown läuft: Noch rund drei Tage sind es bis zur Fußball Europameisterschaft in Deutschland. Wir wollen uns in dieser Zeit vor dem Turnier einer neuen Serie widmen – Dem 4Ballers EM-Check, in dessen Rahmen wir diesmal (Top-) Favorit Frankreich genauer unter die Lupe nehmen wollen.

Qualität en masse

Die Franzosen, sie sind individuell überragend besetzt wie eh und je. Spricht jemand im Vorfeld dieser Euro 2024 von einem Topfavoriten, kommt er an der Auswahl von Trainer Didier Deschamps quasi gar nicht erst vorbei. Die Fußballnation Frankreich, sie produziert nicht nur Weltstars am Fließband, sondern weiß sie auch noch gewinnbringend einzusetzen. Nicht umsonst zogen sie bei den letzten beiden Weltmeisterschaften ins Finale ein.

Seit Jahren ist der öffentliche Grundtenor, dass sich dieses Kollektiv, gespickt mit außergewöhnlichen Einzelkönnern wie Kylian Mbappé oder Antoine Griezmann, im Grunde eigentlich nur selbst schlagen kann. Ruft dieses Team im Verbund sein ganzes Potential ab, hat es jeder Gegner schwer. Jener Leitsatz lässt sich nun auch diesmal wieder auf das Turnier in Deutschland übertragen.

„Die Fußballnation Frankreich, sie produziert nicht nur Weltstars am Fließband, sondern weiß sie auch noch gewinnbringend einzusetzen.“

Stark, aber nicht unbesiegbar

Genau dieser Leitsatz ist es paradoxerweise, der der europäischen Konkurrenz Hoffnung machen sollte. Denn dass Mbappé und Co. dazu in de Lage sind, sich selbst zu schlagen, stellten sie bei den letzten beiden Großereignissen eindrucksvoll unter Beweis. Im WM-Finale brauchten sie gegen den späteren Sieger Argentinien beispielsweise mehr als eine Halbzeit, um sich selbst zu finden.

Dass ihr heutiger Kapitän sie dann noch ins Elfmeterschießen rettete, half der Mannschaft genauso wenig wie ihr seelenloser Auftritt ein Jahr zuvor gegen die Schweiz. Auch bei der Euro 2021 gingen „Les Blues“ als mit Abstand beste Mannschaft ins Turnier, scheiterten aber trotz eigener Führung gegen die Eidgenossen an ihrer eigenen Arroganz und verabschiedeten sich bereits in der Runde der letzten 16.

„Dass Mbappé und Co. dazu in de Lage sind, sich selbst zu schlagen, stellten sie bei den letzten beiden Großturnieren eindrucksvoll unter Beweis.“

Auch taktisch versiert

Auf psychologischer Ebene wird sich zeigen müssen, was die letzten beiden Großereignisse mit den erfolgsverwöhnten Franzosen machen. Die Einstellung wird das Zünglein an der Waage sein, denn genau darauf kommt es an. Genauso wenig wie personell hapert es dem Team von Trainer Deschamps, welches er bereits seit 2012 nahezu in Perfektion orchestriert, am taktischen Verständnis. Seine Spieler, mit denen er im Kern bereits seit etlichen Jahren arbeitet, wissen genau was der 55-Jährige von ihnen verlangt.

Der in Bayonne geborene Chefcoach ist ein Verfechter des disziplinierten Positionsspiels, was sich besonders in seiner taktischen Grundordnung widerspiegelt. Zu allermeist läuft die Équipe im 4-3-3 auf, postiert mit Antoine Griezmann als Spielmacher hinter der Spitze, die meist auf den Seiten durch schnelle Außenbahnspieler wie Mbappé, Dembélé oder Coman flankiert wird. Defensiv setzen sie auf hochschiebende Außenverteidiger, die der offensiven Wucht den nötigen Nachdruck verleihen.

„Der in Bayonne geborene Chefcoach ist ein Verfechter des disziplinierten Positionsspiels, was sich besonders in seiner taktischen Grundordnung widerspiegelt.“

Es kann nur einen geben

Im Endeffekt wissen die Franzosen nur zu gut, vielleicht besser als jedes andere Team in Europa, auf welche Tugenden es für den Titelgewinn ankommt. Im Kader tummeln sich nach wie vor etliche Weltmeister, die sowohl mit ihrer Erfahrung als auch mit ihrer individuellen Qualität vorangehen müssen. Schaffen sie das, gilt der inzwischen fast schon nimmermüde klingende Leitsatz: Schlagen können sie sich nur selbst.

Mbappé und Co. sie werden zeigen wollen, was nach wie vor in ihnen steckt und die Euro im Nachbarland vielleicht auch als Statementmöglichkeit begreifen. Als Statement gegenüber der ambitionierten Konkurrenz, als auch gegenüber sich selbst. Mit Frankreich wird ohne Zweifel auch in diesem Jahr wieder zu rechnen sein.

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