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Der Fall Lennart Karl – Ein Kommentar

Foto: 23-03 – https://creativecommons.org/licenses/by-nc/4.0/

Lennart Karl ist sportlich derzeit in aller Munde. Doch nun sorgte das 17-Jährige Supertalent des FC Bayern abseits des Platzes für mächtig Aufruhr. In München sollten sie alle mal kräftig durchatmen.

Doch was war passiert? Angesprochen auf seinen sportlichen Werdegang sowie einen möglichen Traumverein gab der 17-Jährige bei einem Fanclub-Besuch unbedarft zu Protokoll: „Also ich hoffe, das bleibt unter uns. Natürlich ist Bayern ein sehr, sehr großer Verein. Es ist ein Traum, dort zu spielen, aber irgendwann will ich auf jeden Fall mal zu Real Madrid. Das ist mein Traumverein. Aber es bleibt unter uns“, gab sich der Offensivmann äußerst nahbar und sympathisch. Im heute oft von glattgebügelten Phrasen dominierten Fußballgeschäft eine erfrischend ehrliche Antwort.

Auch wenn dessen Äußerungen im Publikum ebenfalls mit Humor aufgenommen wurden, brach nur wenige Stunden später ein gewaltiger Shitstorm über Karl herein. Viele Bayern-Fans zeigten sich entsetzt, wie offen ihr neues Juwel ihrer Meinung nach mit einem Wechsel zum spanischen Giganten kokettierte. Investiert man nur wenige Minuten an Recherchearbeit und setzt sich mit dem Werdegang des Youngsters auseinander, sind Karls Aussagen weder als zukunftsnahe Wechselabsichten noch als aus der Luft gegriffene Tagträumereien zu betrachten.

Karl und die Verbindung mit Real

Ohnehin handelt es sich bei Karls Verbindung mit Real Madrid um ein offenes Geheimnis. Dass der 17-Jährige, gebürtig aus dem Raum Frankfurt, bereits vor etlichen Jahren ein Probetraining bei den Königlichen absolvierte, ging samt einem Schnappschuss aus dem Estadio Santiago Bernabéu bereits vor Monaten viral. Dass es sich beim Champions-League-Rekordsieger um den Traumverein eines heranwachsenden Fußballers handelt ist nur deshalb medial so ein großes Thema, weil er sich traut, dies offen zuzugeben.

In welcher Art und Weise in der Folge bereits von „weitreichenden Konsequenzen“ für den von Vize-Weltmeister Michael Ballack betreuten Jungspund die Rede war, kommt einer Farce gleich. So wird einem gesellschaftlich anerkannten Wert wie Ehrlichkeit nicht nur die Existenzgrundlage abgesprochen, sondern auch Karls junges Alter, indem man definitiv offen Träumen darf, außer Acht gelassen.

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Weder forcierte der Offensivmann, der sich unlängst bis 2029 an den Rekordmeister gebunden hat, einen Wechsel, noch sprach er über zukunftsnahe Absichten. Wenn man bedenkt, dass Karl in zehn Jahren immer noch erst 27 Jahre alt sein wird, kann man dann getrost immer noch über einen Transfer in die spanische Metropole diskutieren.

Der Anhängerschaft des deutschen Rekordmeisters tun die Aussagen nur deshalb weh, weil Karl sich ihrer Ansicht nach nicht vollständig dem Mia san Mia verschreibt. Dass viele Menschen in diesem Alter noch nicht einmal wussten, was sie später einmal tun würden, unterstreicht umso mehr dessen Zukunftsambitionen. Dem FC Bayern dankbar zu sein und gleichzeitig seinen Träumen hinterherzutragen, ist nichts, wofür sich ein 17-Jähriger schämen müsste.

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